Wampe weg? Darum ist der „Bierbauch“ für den Mann so gefährlich

Der Rettungsreifen über der Taille, die Bierkugel, der Dady Bod: Was zwar spöttisch, aber doch liebevoll und verharmlosend klingt, kann gerade für Männer gefährlich werden. Bauchfett gilt als Auslöser für viele ernsthafte Erkrankungen. Männer sind besonders gefährdet, Fett in der Leibesmitte anzusammeln. Ihr höherer Testosteronspiegel ist verantwortlich dafür. Ganz klar also, dass sie auch häufiger unter den Folgeerkrankungen leiden.

Bauchfett – der Feind im eigenen Körper

Dieses Fett hat die Eigenschaft, sich vor allem an den inneren Organen anzusiedeln. Durch seine hohe Stoffwechselaktivität sendet es verstärkt Botenstoffe aus und setzt schlechte Fettsäuren frei, die Entzündungen fördern. Nicht zuletzt wirken Signalstoffe und schlechte Fettsäuren wiederum ungünstig auf den Stoffwechsel ein, ein ungesunder Kreislauf beginnt. Die Folge sind Herzkreislauferkrankungen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte. Auch die Produktion von Adiponektin wird gehemmt. Ist dieses Hormon in zu geringer Menge in den Fettzellen vorhanden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, erheblich. Die Kombination dieser Erkrankungen – Bauchfett, Bluthochdruck, schlechte Fettstoffwechselwerte und zu hoher Blutzucker – nennen Ärzte metabolisches Syndrom. Diese Faktoren erhöhen das Gesundheitsrisiko derart, dass das metabolische Syndrom auch tödliches Quartett genannt wird.

Zu dick – Ein Drittel der Weltbevölkerung ist betroffen

Die wissenschaftlichen Arbeiten der letzten Jahre kamen immer wieder zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Rund ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung ist – oft in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß – zu dick. Leider ist die Lage noch ernster, als diese ersten Zahlen aussagen. In Industrienationen, also auch in Deutschland, ist bereits jeder Zweite übergewichtig. Während sich bei Frauen durch ihren höheren Spiegel an Östrogen vor allem vor den Wechseljahren überschüssiges Fett gut verteilt oder sich an Hüfte und Oberschenkeln ablagert, so sammelt es sich bei Männern am Bauch. Verantwortlich dafür wird der typisch männliche Testosteronspiegel gemacht.

Übergewicht – mehr als ein nur kosmetisches Problem

Vielleicht haben Sie es bereits selbst schon festgestellt: Bereits einige Kilos zu viel können ausbremsen. Sie sind unangenehm, und das nicht nur wegen der Optik. Orthopäden haben herausgefunden, dass jedes Kilo Körpergewicht mit dem 30-fachen auf das Skelett, vor allem auf die Gelenke, einwirkt. Wer 10 Kilo abnimmt, erspart seinen Knien 300 Kilo Belastung. Aber trotz aller gesundheitlichen Folgen liegt hier nicht das Hauptproblem. Bauchfett verursacht tiefer gehende Gesundheitsstörungen. Die schlechten Fettsäuren greifen in das Herzkreislauf-System ein und Organe an, oft mit langanhaltenden oder gar tödlichen Folgen.

Typische Erkrankungen bei Bauchfett

Ein runder Bauch und hohe Triglyceridwerte im Blut gehen oft Hand in Hand. Diese Blutfette erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Bluthochdruck und Arteriosklerose zu erkranken. In Folge treten Thrombosen, Herzinfarkte und Schlaganfälle auf. In Blutuntersuchungen hat sich ebenso bestätigt, dass Hinweise für chronisch entzündliche Gewebeerkrankungen ebenfalls verstärkt bei Männern gefunden wurden, die ein dickes Bauchfettpolster haben. Zunehmend gibt es auch den Nachweis darüber, dass Menschen, die im mittleren Lebensalter erhebliches Bauchfett ansetzen, im Alter eher an Alzheimer erkranken. Selbst das Risiko für Krebs steigt durch diesen Fettansatz. 84 % der Diabetesfälle bei Männern gehen mit einem Taillenumfang von mehr als 94 Zentimetern einher.

Waffe Maßband – Bauchfett erkennen

Während früher rein auf den BMI als Maßstab für Übergewicht gesetzt wurde, haben Fachleute nun doch erkannt, dass dieser allein wenig aussagekräftig sein kann. Zum weiteren Instrument wurde ein einfaches Maßband. Mediziner vertreten derzeit die Ansicht, dass ein Taillenumfang von mehr als 88 Zentimetern bei der Frau und 102 Zentimetern beim Mann negative Folgen auf die Gesundheit hat. Ein erhöhtes Risiko sieht die deutsche Adipositas-Gesellschaft bereits bei 80 Zentimetern bei Frauen und 88 Zentimetern bei Männern. Zum richtigen Messen wird das Maßband in der Mitte zwischen Rippenbogen und Beckenkamm locker angelegt. Wichtig ist, dass Sie aufrecht, aber entspannt stehen, ein leichtes Ausatmen präzisiert das Messergebnis.

Bauchfett – Sichtbar oder nicht?

Der Kampf gegen das Bauchfett wäre sehr viel leichter, wenn man es immer auf den ersten Blick erkennen könnte. Auf die Speckröllchen in der Taille wird Mann durch den kneifenden Hosenbund oder die spöttischen Bemerkungen im Freundeskreis aufmerksam. Dieses sichtbare Bauchfett wird subkutanes Fettgewebe genannt. Weitaus unauffälliger ist dagegen das viszerale Bauchfett. Es umgibt die Organe in der Bauchhöhle und ist nach außen nicht unbedingt sichtbar. Der Übergewichtige wirkt fest, stämmig, manchmal nicht einmal das. Auch vermeintlich Schlanke können über ein ungesundes Maß an Bauchfett verfügen. Hier helfen Waage und Maßband, sich selbst ein Bild zu verschaffen.

Gesundheitsgefahren bannen – Erfolgreich gegen Bauchfett

Verzicht, Ernährungsumstellung, Sport. Diese Grundtipps kennen Sie sicher. Aber weder die FdH-Diät, noch die Salatschüssel am Abend noch das Joggen allein sind erfolgreich im Kampf gegen das gesundheitsschädliche Bauchfett. Körperliche Aktivität hat sich allerdings dennoch als Wunderwaffe Nr. 1 erwiesen. Weil durch Sport der Stoffwechsel angeregt wird, verbraucht der Körper selbst über die Trainingseinheiten hinaus Energie. Auf die Ernährung zu achten ist ein zweiter Pfeiler, auf dem die Prävention gegen Bauchfett ruhen sollte. Ein Feierabendbier weniger, Fett und Süßes reduzieren, frisches Obst und Gemüse, leicht verdauliches Eiweiß sind die simplen Tricks, die das Sportprogramm ergänzen sollten und den Kampf gegen Bauchfett aussichtsreich machen.

 

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