Zum ersten Mal wurde sie im Jahr 1912 von ihrem Entdecker und Namensgeber beschrieben – die Hashimoto-Thyreoiditis. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der die Zellen des Schilddrüsengewebes als potentielle Gefahr angesehen und somit vom körpereigenen Abwehrsystem angegriffen werden. Das führt zu einer fortlaufenden Entzündung des Schilddrüsengewebes und zu seiner weitgehenden Zerstörung. Als Folge dessen kommt es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Deutschlandweit könnten Schätzungen zufolge rund vier bis acht Millionen Menschen davon betroffen sein. [1]

Die Geschichte der Erkrankung ist eine relativ kurze, auch wenn sie bereits seit über 100 Jahren bekannt ist. Lange Zeit bekam sie nur eine Fußnote in den medizinischen Fachbüchern, weshalb sie selbst heute noch in Fachkreisen weit weniger bekannt ist als sie es sein sollte. Vielleicht auch, weil viele Menschen zwar von der Erkrankung betroffen sind, sie aber bei ihnen eher harmlos, manchmal sogar asymptomatisch verläuft. Doch die Bekanntheit steigt.

Mit einer Therapie lässt sich Hashimoto gut behandeln, so dass kaum Einbußen in der Lebensqualität zu merken sind [2].  Natürliche Nahrungsergänzungen wie Algenöl [3] können zu einer Verbesserung der medizinischen Situation bei einem betroffenen Patienten beitragen. Die beiden Fettsäuren EPA und DHA, die im Algenöl enthalten sind, sind bekannt dafür eine immunsuppressive und entzündungshemmende Wirkung auf den Körper zu haben. Eine ideale Kombination für Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto.

Einer Studie zufolge konnte nach regelmäßiger Einnahme von DHA und EPA eine Senkung der Entzündungsmarker im Blut der Probanden festgestellt werden – womit eine entzündungshemmende Wirkung impliziert ist. [4]
Neuere Studien zeigen sogar auf, dass DHA effektiver in seiner entzündungshemmenden Wirkung sein könnte als EPA, warnen aber auch davor einer der beiden Fettsäuren aus dem Algenöl den Vorzug zu geben [5]. Schließlich handelt es sich bei beiden um Omega-3-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst synthetisieren kann und damit auf eine externe Einnahme angewiesen ist. Bisher fanden Untersuchungen hauptsächlich mit einer Kombination aus beiden Stoffen statt – was sich aufgrund ihres gepaarten Vorkommens (bspw. in Algenöl) auch weiterhin anbietet. Allerdings werden auch Studiendesigns erwogen, in denen die positiven Effekte jeder einzelnen Fettsäure hervorgehoben werden sollen.

[1]: https://autoimmunportal.de/wie-viele-menschen-in-deutschland-haben-hashimoto/
[2]: https://www.jameda.de/gesundheit/blut-lymphen-druesen/hashimoto-thyreoiditis-ursachen-symptome-und-therapie/

[3]: https://examine.com/supplements/fish-oil/
[4]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17087052
[5]: https://www.nutraingredients.com/Article/2016/06/14/DHA-may-beat-EPA-for-anti-inflammatory-action

Photo by Thierry Meier on Unsplash

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Alexander studierte Ernährungswissenschaft in Mönchengladbach und beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit Gesundheit, Ernährung und Mikronährstoffen. Der Diplom-Oecotrophologe ist Mitglied im Berufsverband Oecotrophologie e.V. und veröffentlicht hier auf bestaging.coach zu Themen rund um die Ernährung und gesundes Essen.

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