Kraftnahrung für Ihr Gehirn

brainy sparks with brocolli

Wie jeder von uns haben sicher auch Sie in der Familie oder bei Freunden Fälle von Demenz und Morbus Alzheimer. Wir erleben, wie schrecklich der geistige Verfall ist. Nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für pflegende Angehörige. Ist dies der Preis für die immer länger werdende Lebenserwartung? Hält das Gehirn nicht Schritt mit einem Körper, der immer älter wird? Welche Optionen haben Sie, das Risiko für altersbedingte Demenz zu reduzieren?

Zuerst die schlechte Nachricht: Ein Allheilmittel gibt es nicht. Weder zeigte Gedächtnistraining letztendlich Wirkung, noch gibt es Medikamente, welche das Fortschreiten dieser Krankheiten dauerhaft stoppen. Die gute Nachricht ist:

Dass Alzheimer und Demenz in nicht allzu ferner Zukunft besiegt werden, gilt als höchstwahrscheinlich. Medizin und Technologie machen immer schnellere Fortschritte. Daher sollten wir alles daran setzen, das Gehirn zu wappnen und möglichst alle Risikofaktoren für diese Krankheiten auszuschließen. Denn wenn wir dies tun, haben wir große Chancen durchzuhalten, bis die Medizin in vielleicht 10 oder 20 Jahren eine Therapie gefunden haben wird.

Was können Sie also tun, um Demenz und Alzheimer vorzubeugen? Gibt es vielleicht sogar Möglichkeiten, auf natürlichem Weg die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu steigern? Also nicht nur Erkrankungen vorzubeugen, sondern schon hier und jetzt von einem besseren Gedächtnis und erhöhten kognitiven Fähigkeiten zu profitieren?

Begünstigen Magensäure-Tabletten Alzheimer?

Seit Ende der 80er Jahre die sogenannten Protonenpumpenhemmer zur Behandlung von Sodbrennen entwickelt wurden, haben sie sich zu wahren Blockbustern im Pharmamarkt entwickelt. Studien über die Langzeitnebenwirkungen werden nun nach und nach veröffentlicht und ihre Ergebnisse sind beängstigend. Eine aktuelle Studie zeigte, dass Menschen, die diese Medikamente über einen längeren Zeitraum einnehmen, ein um 44% erhöhtes Risiko haben, an Demenz zu erkranken. Alle anderen Faktoren wie Alter, Geschlecht und Einnahme anderer Medikamente wurden dabei statistisch berücksichtigt (1) Ein möglicher Grund, den Wissenschaftler für diese Übereinstimmung vermuten:

Die Protonen nutzt der Körper nicht nur zur Herstellung von Magensäure. Sondern auch, um schädliche Plaque von den Verbindungen zwischen den Gehirnzellen zu entfernen. Sie sind ein Reinigungskommando, das die Bahnen in Ihrem Gehirn schön sauber hält.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, welche Alternativen sie zu der ständigen Verwendung dieser Medikamente, wie zum Beispiel Pantoprazol, sieht. Nehmen Sie das Medikament nur ein, wenn Sie tatsächlich Sodbrennen bzw. akut Reflux haben. Sie dürfen auch eines nicht vergessen:

Vor der Entwicklung dieser Medikamente gab es sie nicht. Wie haben sich die Menschen also davor geholfen? Sie haben schlichtweg eine magenschonende Kost zu sich genommen. Wenig Alkohol, wenig Salz, nichts Gebratenes oder Frittiertes, wenig Süßes. Diese Form der Ernährung beugt nicht nur Sodbrennen vor, sondern fördert an sich auch schon die Gesundheit. Schlank werden Sie damit obendrein auch noch. Vermeiden bzw. wählen Sie bestimmte Lebensmittel, um nicht nur Ihrem Magen etwas Gutes zu tun, sondern auch Ihrem Gehirn…

Die bösen Jungs…

Fleisch, Wurst, Pommes Frites und Kartoffelchips – dies alles enthält gesättigte Fettsäuren, die Ihr Gehirn verstopfen und seine Leistungsfähigkeit ausbremsen. In Ihrem Stoffwechsel erzeugen sie sogenanntes Beta-Amyloid. Laut Wikipedia ein Neurotoxin, also ein Gift für die Nervenzellen. Reduzieren Sie daher Fritiertes, Paniertes und tierische Fette. Die sind nicht nur schlecht für Ihr Gehirn, sondern machen auch noch dick.

… vs. die guten Jungs!

Alpha-Liponsäure ist echte Wellness für Ihr Gehirn. Geben Sie ihm das Wunderöl und Ihre Nervenzellen sind Ihnen ewig dankbar. Legen Sie beim nächsten Einkauf Brokkoli, Grünkohl, Kohl, Spinat und Tomaten in den Einkauswagen. (Klar, Sie finden das Öl auch in fettigem Fleisch, da jedoch zusammen mit Unmengen an gesättigten Fettsäuren.)

Omega-3-Fettsäuren sind ganz wesentlich für die Gesundheit und Stärke Ihres Gehirns. Sie finden es unter anderem in fettem Seefisch. Zusammen mit Blei, Quecksilber und Mikroplastik. Daher empfehle ich Ihnen Omega-3-Kapseln bzw. Krillöl-Kapseln. Achten Sie hier jedoch auf die Qualität. Gönnen Sie sich nur das Allerbeste und seien Sie bei der Auswahl sehr wählerisch.

De-radikalisiert euch!

Wer mag schon Radikale? Politisch schon mal gar nicht. Aber auch nicht in meinem Kopf. So manches Atom wird von zuviel Abgasen, Umweltgiften, Stress und Junk Food ganz kirre. Die sogenannten Freien Radikale greifen die Membranen der Zellen im Gehirn an, zerstören Erbsubstanz und wichtige Schaltkreise im Kopf. Eigentlich kann unser Körper ganz gut damit umgehen und nutzt die Freien Radikale auch gezielt als Waffe gegen unerwünschte Elemente. Nehmen sie jedoch überhand, kippt das Ganze. Da hilft Vitamin E. Aber bitte das natürliche Vitamin E und nicht das synthetische Zeug aus dem Billiglabor in China. Nichts gegen China, aber das muss ja nicht sein. Sie finden reichlich Vitamin E in Spinat, Mangos, Nüssen und Saaten. Muss nicht gleich Chia-Samen sein. Das gute alte Leinsamenbrot ist genauso gut.

B-Vitamine sind Brainfood

Homocystein ist eine Aminosäure, die zwangsläufig in Ihrem Stoffwechsel als Nebenprodukt entsteht. Zu viel davon begünstigt die niedrigschwellige, chronische Entzündung. Diese wiederum steigert Ihr Risiko, an Diabetes und Demenz zu erkranken. Bei Ihrem Arzt können Sie Ihren Homocysteinspiegel messen lassen. Ist er zu hoch, packen Sie im Supermarkt Spinat, Mandeln, Bohnen und Müsli (das mit den Körnern, nicht das Crunchy) in Ihren Einkaufswagen. In diesen Lebensmitteln sind Folsäure sowie die B-Vitamine B6 und B12 enthalten. Das Trio hat etwas gegen Homocystein und senkt dessen Spiegel in Ihrem Blut.

Gehirnjogging…

… hilft leider nicht viel, Jogging mit Ihren Beinen dagegen schon. 40 Minuten zügiges Laufen drei mal die Woche konnte bei eher inaktiven älteren Menschen die Gedächtnisleistung deutlich verbessern. Es gibt unzählige Studien, die zeigten, dass körperliche Fitness die geistige Fitness fördert. Egal was Sie sportlich tun, Hauptsache Sie tun etwas.

Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Ruhe. Lernen Sie Stress zu bewältigen und mit ihm richtig umzugehen, wenn er sich nicht vermeiden lässt. Leichter gesagt als getan, aber 15 Minuten des guten, alten autogenen Trainings können Wunder wirken…

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Pantoprazol und Co nur, wenn es unbedingt sein muss. Besser ist eine magenschonende Diät (macht schlank!)
  2. Tierische, fettreiche Lebensmittel, Frittiertes und Paniertes vermeiden
  3. Alpha-Liponsäure, Fischöl bzw. Krillöl
  4. Natürliches Vitamin E
  5. Folsäure, Vitamin B6 und B12
  6. Viel Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken

 

 

  1. Gomm W, von Holt K, Thome F, et al. Association of Proton Pump Inhibitors With Risk of Dementia: A Pharmacoepidemiological Claims Data Analysis. JAMA Neurol. 2016;73(4):410-6.

 

Urheber Brokkoli-Bild: jacephoto / 123RF Standard-Bild

 

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Von Alexander Krings

Alexander studierte Ernährungswissenschaft in Mönchengladbach und beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit Gesundheit, Ernährung und Mikronährstoffen. Der Diplom-Oecotrophologe ist Mitglied im Berufsverband Oecotrophologie e.V. und veröffentlicht hier auf bestaging.coach zu Themen rund um die Ernährung und gesundes Essen.

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