So vertreiben Sie den Winterblues…

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Die Symptome einer Winterdepression sind belastend, doch es gibt wirksame Maßnahmen dagegen. Bewährte Naturheilmittel und spezielle Lifestyle-Methoden kurbeln die Lebenslust an – auch in der dunklen Jahreszeit.

Der Organismus reagiert auf die verminderte Sonneneinstrahlung

Wenn die Sonnenstunden weniger werden und die trüben Tage zunehmen, entwickelt sich bei manchen Menschen eine Winterdepression. Die Anzeichen sind misslich: extreme Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlappheit und Antriebslosigkeit. Oft entsteht auch ein übertriebenes Hungergefühl und es baut sich eine besondere Lust nach Süßigkeiten auf. Dieser „Winterblues“ gehört zu den sogenannten saisonalen Depressionen. Er beginnt bei vielen Betroffenen im Herbst und dauert an bis zum nächsten Frühling.

Nicht jede gedrückte Stimmung ist schon eine Winterdepression

Nebliges Winterwetter, dunkle Tage, lange Nächte: Vielen fällt es in der kalten Jahreszeit schwer, morgens aus dem warmen Bett zu steigen. Doch das allein ist noch keine Winterdepression. Auch Niedergeschlagenheit, Traurigkeit oder Gereiztheit sind keine eindeutigen Symptome. Es gibt weit verbreitete Verhaltensweisen, die im Winter bei zahlreichen Menschen auftreten. Viele von uns sind einfach zu bequem, um bei kaltem und feuchtem Wetter ins Freie zu gehen und sich nasse Füße zu holen. Wir sitzen am liebsten auf der Couch. Wir sind weniger motiviert und vorübergehend lustloser als sonst. Ein Winterblues ist das noch nicht. Entscheidend ist, dass wir unsere Alltagsroutine dennoch bewältigen.

Eine klassische Depression unterscheidet sich deutlich vom Winterblues

Bei einer klassischen Depression sind Interessenverlust, Antriebsschwäche und Energiemangel genauso zu erleben wie bei einer Winterdepression. Darüber hinaus ist sie jedoch von zusätzlichen Symptomen gekennzeichnet.

So leiden Betroffene einer klassischen schweren Depression unter Störungen der Konzentration und der Entscheidungsfähigkeit. Sie erleben starke Selbstzweifel und Schuldgefühle. Zukunftsängste, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme zeigen sich. Auch frühes Erwachen am Morgen, Herzklopfen und innere Unruhe gehören zu den Symptomen dieser Form der Depression. Oft kommt es zu einem Morgentief, abends werden die Symptome leichter. Viele Betroffene empfinden die Gefühllosigkeit als schlimmste Qual. Man empfindet sich innerlich wie betäubt und erlebt weder Trauer noch Freude.

Besondere Kennzeichen einer Winterdepression

Zu den wichtigsten Anzeichen des Winterblues gehören Gewichtszunahme, ein übergroßes Schlafbedürfnis und ein Heißhunger auf Kohlenhydrate und auf Süßigkeiten. Die Betroffenen gehen auf Rückzug, sie schotten sich ab von sozialen Aktivitäten und kehren alten Gewohnheiten den Rücken. Es macht keine Freude mehr, mit ihnen zusammen zu sein.

Was können Sie selbst aktiv gegen eine Winterdepression tun?

Bewährt haben sich Verhaltensweisen und Therapien, die die Produktion des körpereigenen Stimmungsaufhellers Serotonin anregen.

1. Tanken Sie Tageslicht
Mit einem einstündigen Spaziergang im Freien lässt sich der Winterdepression schon spürbar entgegenwirken. Wenn nämlich zu wenig Licht auf die Netzhaut der Augen gelangt, reagiert unser Körper mit einer verstärkten Produktion des Schlafhormons Melatonin. Menschen, deren Sehzellen nicht sehr lichtempfindlich sind, reagieren besonders sensibel auf den winterlichen Lichtmangel.

2. Kommen Sie in Bewegung
Schon leichte körperliche Aktivität lindert depressive Verstimmungen. Wer sich aufrafft und beginnt, sich sportlich zu betätigen, baut Angst und Stress ab. Der Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut sinkt. Ausdauerbelastungen wie etwa Radfahren, Schwimmen oder Walken stabilisieren die Stimmung.

3. Stärken Sie Ihre seelische Balance mit angenehmen Events
Versuchen Sie, allein oder gemeinsam Schönes zu genießen. Ob Sie sich ein duftendes Kräuterbad gönnen, Ihre Lieblingsmusik hören, sich auf eine Tasse Tee mit der Nachbarin treffen oder mit dem Enkel eine Spielstunde verbringen – alles, was Ihnen bisher gutgetan hat, können Sie bewusst und konzentriert in Ihren Tag integrieren. Sie sollten sich für jeden Tag mindestens ein Highlight einplanen, auf das Sie sich freuen können.

4. Sorgen Sie für eine bunte Umgebung.
Farben tun der Seele gut. Die sogenannte Farbtherapie nutzt gezielt die wohltuende Wirkung, die Farben ausstrahlen. So wirkt Rot anregend, Gelb und Orange hellen die Stimmung auf, Blau beruhigt und Grün wirkt ausgleichend. Werden Sie kreativ und entdecken Sie die Pracht der Farben. Trinken Sie beispielsweise Ihren Tee aus einem bunten Becher, tragen Sie einen knalligen Schal oder dekorieren Sie Ihre Räume mit Ihren Lieblingsfacetten des Regenbogens.

5. Verordnen Sie sich eine Therapie mit künstlichem Tageslicht
Verschaffen Sie sich, falls nicht anders möglich, per elektrischem Strom genügend Helligkeit. Tageslichtlampen oder -wecker leuchten mit bis zu 10.000 Lux. Damit können Sie sich einer sogenannten Lichtdusche unterziehen.
Die Lichttherapie wirkt am besten, wenn sie direkt nach dem Erwachen zum Einsatz kommt. Das Licht sollte dabei etwa eine halbe Stunde lang auf die Netzhaut fallen. Allerdings sollten Sie dabei nicht direkt in die Lichtquelle schauen. Wichtig ist, dass Sie eine Lampe ohne UV-Licht verwenden. Wenn Sie bestimmte Medikamente wie beispielsweise Antibiotika einnehmen oder wenn Sie an einer Augenerkrankung leiden, kann die Lichttherapie kontraindiziert sein oder es treten Nebenwirkungen auf. Daher ist es wichtig, vor dem Gebrauch eines Lichttherapiegeräts Ihren Arzt zu Rate zu ziehen.

6. Atmen Sie bewusst
Üben Sie sich darin, immer wieder tief ein- und ganz langsam auszuatmen, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Herz schnürt sich allzu sehr zusammen. Das wirkt beruhigend und macht gelassener.

7. Nützen Sie die Kraft der Pflanzen
Bewährt hat sich Johanniskraut, wenn es hoch dosiert eingenommen wird. In Kombination mit Baldrian wirkt es beruhigend. Auch Lavendel hat sich als Naturheilmittel bewährt. Pflanzliche Heilmittel können wie alle Medikamente Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. So wirkt beispielsweise die Anti-Baby-Pille in Kombination mit Johanniskraut nicht zuverlässig. Auch mit anderen Medikamenten wie beispielsweise mit Herzmedikamenten und Zytostatika bestehen Wechselwirkungen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich vor der Einnahme ärztlich beraten lassen.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Bei einer länger anhaltenden depressiven Verstimmung sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er wird prüfen, ob sich bei Ihnen eventuell eine Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel oder Medikamentennebenwirkungen entwickelt haben. Sollten Sie tatsächlich an einer Depression leiden, gibt es wirksame Hilfe in Form von Medikamenten und Psychotherapie. Depressive Verstimmungen lassen sich sehr gut behandeln.

Sie haben eigene Erfahrungen zu diesem Thema?

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Bildnachweis: Paul Aniszewski

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Kategorisiert in Anti-Aging

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